Naturbeobachtungen Mai 2011

 

Zu den Gewinnern in diesem Frühjahr zählen die Störche. Bei Regenperioden zur Brutzeit gehen viele Jungstörche ein. Die meisten haben diese kritische Phase schon bald hinter sich. „Wir erwarten deshalb bei den Störchen ein sehr gutes Brutergebnis“, sagt Hans Schmid von der Vogelwarte Sempach. Auch Arten wie der Eisvogel profitieren. Seine Bruthöhle wird sonst bei Frühjahrshochwassern häufig überschwemmt. Ebenso das Gelege der Flussregenpfeifer. Dieses Jahr besteht diese Gefahr kaum.

 

1.5. im Kleinstrukturenareal Lokdepot sonnt sich eine wunderschöne, männliche, grün gefärbte Zauneidechse. Das weniger auffällige Weibchen ist nur schwer zu beobachten.

 

4.5. Die Turmfalkenpopulation hat im Werdenberg zugenommen. Die Aktion Schleiereule hat auch dazu beigetragen, werden doch diese Nisthilfen gerne von Turmfalken angenommen. Die vom OV Buchs in Scheunen montierten Schleiereulenkästen in Grabs, Riethof und beim Binnenkanal auf Gemeindegebiet Gams sind von Turmfalken belegt. Auf frisch gemähten Wiesen kommen sie leicht an Mäuse, ihre Hauptnahrung und sind somit ein wohl gesehener Helfer der Landwirte. Während die letzten Zugvögel zurückkehren sind schon Jungvögel zu beobachten, Kohlmeisen, Stare, Kleiber, Rotkehlchen und Störche.

 

5.5. Bei der Wasseramsel im Grabser Dorfbach darf angenommen werden, dass sie in dieser Umgebung brütet.

 

9.5. Seit einigen Tagen sausen die Mauersegler um die Gebäude, an welchen sie unter Ziegeln, Dachtraufen oder in Nistkästen ihre Nistplätze haben. Erstaunlich ist, dass sie genau wissen, wo sie letztes Jahr gebrütet haben, nach ihrem Flug ins tropische Afrika und zurück. Wehe, wenn der Nistplatz nicht mehr vorhanden ist! Seglerkästen am richtigen Standort sind gefragt.

 

18.5. Das Blässhuhnpaar hat Nachwuchs erhalten. Behutsam führen sie die 5 Jungen dem Seerand entlang und überqueren das Seelein. Überleben sie, fragt sich Fredi Bühler. Eher nein, denn die vergangenen Jahre zeigten, dass diese durch Hechte erbeutet und verspeist werden.

 

19.5. Wo dichte Sträucher oder Laubbäume sind, tönt es vielfältig von früh bis Mittags. Auch ohne zu wissen wer singt bereitet die Vielfalt Freude. Neue Sänger wie Nachtigall und Pirol sind dazugekommen. Gelbspötter imitieren andere Sänger, sie spotten. Vielleicht hören Sie, wie ich, einen neuen Gesang, den Sie an bestimmter Stelle noch nie gehört haben.

 

21.5. Flugzeit von seltenen Schmetterlingen am Rheindamm, der auffallend grosse Apollofalter, der hell und dunkel gemusterte Schachbrettfalter und der kleine Bläuling.

 

23.5. Mit dem Sumpf- und Teichrohrsänger sind nun auch die letzten vom Winterquartier zurück. Die zwei Vogelarten können mit Sicherheit nur anhand ihres Gesangs bestimmt werden. Sie überwintern in Zentralafrika. Beide Arten sind dieses Jahr eher spät in ihre Brutgebiete zurück gekehrt.

 

29.5. Durch das ausmagern der Wiesen im Afrika blühen Orchideen, Helm- und Spitzorchis, weisses Breitkölbchen und rotes Waldvögelein. Der ornithologische Verein mäht und pflegt das Afrika.

 

Bericht: Heidi Aemisegger und Edith Altenburger

 

 

junge Barrenringelnatter

Foto von Philipp Rohner: Junge Ringelnatter