Naturbeobachtungen November 2011
Der November erwies sich als trockenster und wärmster seit 1864. Es hat seit vier Wochen nicht mehr geregnet. Die Nullgradgrenze liegt bei 3300 Metern. Die Vögel störts nicht, Fische müssen gerettet werden.
Nach Angaben von SF Meteo liegen die Temperaturen in der ersten Novemberhälfte 3 bis 7 Grad über dem Durchschnitt.
4.11. Am Grabserberg in der Umgebung Gamperfin beobachtet Fredi Bühler zwei Steinadler, die ihr grosses Jagdgebiet abfliegen. Waldschnepfen befinden sich auf dem Vogelzug.
9.11. Ein grosser Igel wird auf der Werdenbergerstrasse überfahren. Wo hatte der Autofahrer seine Augen?
12.11. Zwei Rotmilane kreisen über dem Saxerriet. Sie sind etwas grösser als der Mäusebussard. Die Unterseite ist leuchtend rotbraun, die Flügel sind kontrastreich dunkel mit einem grossen hellen Fleck, der Schwanz ist tief gegabelt, deshalb auch der Name «Gabelweihe». Die Nahrung besteht aus kleinen Säugetieren, Aas, Fisch und Abfall. Der Rotmilan ist bei uns erst seit einigen Jahren regelmässig zu sehen, während er zum Beispiel im Zürcher Unterland schon lange häufig ist.
14.11. Der Brunnenbach ist am Austrocknen und somit die Lebensgrundlage der Fische zerstört. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt beim Ausfischen. Es können sehr viele Fische – Regenbogen-, Bachforellen, Äschen und Groppen – gerettet und wieder ausgesetzt werden. Die Groppe ist ein nachtaktiver Grundfisch mit spindelartigem Körper, einem grossen, breiten Kopf, mit glatter, schuppenloser Haut und zurückgebildeter Schwimmblase. Die Groppe ist eine schlechte Schwimmerin und bewegt sich daher mit gespreizten Brustflossen ruckartig über den Boden. Auf steinigem Untergrund ist sie in Ruhestellung nahezu unsichtbar, und tagsüber hält sie sich zwischen Steinen und Pflanzen versteckt.
Infolge dieser warmen Witterung sind die Schuppen der Tannzapfen geöffnet und so gelangten die Erlenzeisige mit Leichtigkeit an die Samen. In Begleitung sind Wintergoldhähnchen, sie haben es nicht auf die Samen abgesehen, sondern auf die Insekten, die den sonnenbeschienenen Tannen-gipfel umschweben. Die Goldhähnchen benötigen jeden Tag ihr Eigengewicht von 5,5 Gramm an Nahrung. Dies vor allem während der kalten Jahreszeit.
16.11. Ein Zaunkönig huscht wie eine kleine Maus blitzschnell dem Bachlauf entlang. Er gehört zu den kleinsten Vögeln hier, bleibt im Winter da und kommt auch in die Gärten, wo es unter dem Laub genügend Nahrung gibt. Erstaunlich ist seine laute Stimme, ob er schimpft oder singt.
17.11. Ein schneeweisser Reiher sitzt auf einem Baum an der Saar in Sevelen. Es ist ein Silberreiher und kein Albino des Graureihers. Wie dieser frisst er Fische und vor allem Mäuse.
20.11. Am Grabserbach beim Kiessammler ist ein Eisvogel auf Nahrungssuche. Die Eisvögel leben ausserhalb der Brutzeit getrennt, und jeder Vogel verteidigt sein Revier.
26.11. Ein Schwarzspecht ruft im Wald an der Wäselihalde. Er klettert an einigen Stämmen hinauf und klopft probehalber daran. Er spürt, ob ein Stamm von Insekten befallen ist, die ihm als Nahrung dienen. An einem liegenden Wurzelstock wird er fündig. Der Schwarzspecht mit dem roten Scheitel ist hier der grösste seiner Art.
Bericht: Heidi Aemisegger und Edith Altenburger

Foto: Rotmilan