Naturbeobachtungen September 2011
1.9 Der Tannenhäher plündert den Haselnussstrauch. Blitzschnell wird die grüne Fruchthülle weg gehackt und die Nuss samt Schale verschluckt. Mit vollem Kropf fliegt er zu einem Versteck am Boden, wo er die Nüsse hergibt und vergräbt. Im Winter, sogar unter dem Schnee, findet er einen grossen Teil seines Vorrates. Aus den übrigen Nüssen gib es bei guten Bedingungen neue Haselsträucher.
2.9 Im Grabserbach halten sich 5 Gebirgsstelzen auf. Sie sind im Schlichtkleid, d.h. die gelbe Farbe ist noch nicht gut zu sehen. Das wird sich demnächst ändern. Das Gelb wird sichtbarer durch den Gefiederwechsel oder auch durch die Abnutzung des Gefieders. Die Federn müssen den verschiedensten Einflüssen standhalten.
9.9 Mehlschwalben füttern Junge in den Nestern an der Groffeldstrasse. Fast jeden Vormittag jagen Schwalbenschwärme über die Quartiere.
11.9 Gute Jahreszeit, Eisvögel zu sehen! Sie brauchen einen naturnahen Bach, das heisst sauberes Wasser mit verschiedenen Fliessgeschwindigkeiten für die Fische. Sträucher oder Bäume als Sitzwarten, von denen sie sich Kopf voran ins Wasser stürzen. Viele von unseren Gewässern werden von Eisvögeln besucht. Auf dem Golfplatz Gams suchen am Morgen eine grosse Anzahl unausgefärbte Bachstelzen nach Nahrung. Darunter auch eine Schafstelze. Durch den kühlen Morgen mit Sonnenschein gibt es auf dem kurz geschnittenen Rasen eine Wärmeabstrahlung. Das hat zur Folge, dass sich dort die Insekten aufhalten und gut zu fangen sind.
12.9 Oberhalb der Badi Salez steht ein Graureiher mit weit nach vorn ausgestrecktem Hals, völlig regungslos und kaum zu sehen. Er ortet eine Maus. Mit einem schnellen Stoss des Schnabels nach unten, erwischt er so seine Beute. Die kleine Maus würgt er schnell hinunter. Mäuse sind die Hauptnahrung der Graureiher. Gemäss Forschungen ernähren sich Graureiher zu 70 % von Mäusen, es folgen Amphibien, Insekten und erst dann Fischen.
13.9 Überraschung am Rheindamm! Ein Blaukehlchen sucht Futter auf dem Vorgrundweg, zwischen Hausrotschwänzen und Schwarzkehlchen. Als Zugvogel aus wenig bewohnten Gebieten im Norden oder Nordosten kennt es kaum Scheu vor den Menschen.
19.9 Es ist kalt und nass. Der Vorgrundweg am Rhein wird gemäht, dabei der Rand etwas aufgeraut. Direkt hinter der Mähmaschine picken Bachstelzen, Schwarzkehlchen, ein Braunkehlchen und Raben Futter aus dem kurzen Gras und der aufgekratzten Grasnarbe, eine höchst willkommene Zugabe bei dieser Witterung.
23.9 Arbeitstag im Afrika. Eine Ringelnatter fühlt sich gestört und wechselt die Seeseite. Der Eisvogel dreht eine Ehrenrunde und ruht sich aus auf einer Sitzwarte. Der Siebenschläfer verhält sich ruhig im Nistkasten. Die Sträucher mit den reifen Beeren werden von verschiedenen Vögeln aufgesucht, sie bevorzugen jetzt roten Holunder und Weissdorn. So sieht man Wacholderdrosseln, Amseln, Mönchsgrasmücken, Zilpzalp und Fitis.
28.9. 14 Weissstörche überfliegen Buchs von Richtung Süden nach Osten, sie sind auf dem Weg ins Winterquartier.
Bericht: Heidi Aemisegger und Edith Altenburger

Foto: Herbstzeitlose