Am Sonntag, 6. Juni, fanden in Buchs an verschiedenen Orten Natur-Exkursionen statt. Sie gaben Einblick in einige Kostbarkeiten, welche die Natur in unserer Region zu bieten hat. Kleine Reisen, auf denen erlebt wurde, was Biodiversität bedeutet.
Bereits um 07.00 Uhr startete eine erste Gruppe interessierter Personen unter der Leitung der Obfrau Edith Altenburger vom ornithologischen Verein Buchs-Werdenberg zur Exkursion.
In nächster Nähe zur OV-Hütte konnte das rege benutzte Wildbienen- Hotel begutachtet und dem Ein- und Ausfliegen der Hautflügler zugeschaut werden.
Am Kanal entlang lies sich der wunderschöne Eisvogel mit seinem durchdringendem Ruf „thjiht“ hören und sehen. Mauersegler in luftiger Höhe, das Rotkehlchen auf dem Strauch oder der Buchfink durch das Spektiv beobachtet, zeigten auch die Schönheiten dieser Vögel. Für einmal konnte man das Naturschutzgebiet innerhalb des Zaunes betreten und eine wunderschöne Pflanzenwelt (Helmorchis) bewundern. Bei weiteren Exkursionen konnten an diesem Ort zwei Eisvögel mit einer Fischbeute beobachtet werden.
Wildhüter Peter Eggenberger informierte im Ceres, am Werdenberger Binnenkanal den Lebensraum vom Biber.
Der kantonale Wildhüter entdeckte 2008 die ersten Spuren, die auf eine Niederlassung der Biber am Binnenkanal in Buchs hinwiesen. Bereits das auf einem Markstand präsentierte Biberpräparat löste bei vielen BesucherInnen erstaunen über die Grösse eines Bibers aus. Erreicht doch ein Erwachsener Biber ein Gewicht von 25 Kilogramm und eine Gesamtlänge von rund 1,3 Metern.
Dres Gerber vom Forstdienst GRABUS zeigte und erklärte den Teilnehmenden den Naturwald Ceres. Die übergeordnete Bedeutung des Ceres-Waldes geht bereits bei einem Blick auf die Landkarte hervor. Nach der Roten Au (Ill-Schwemmfäche) ist der Ceres-Wald mit seinen 40 ha einer der grössten zusammenhängenden Talwälder im Rheintal, dessen Entstehungsgeschichte mit dem Fluss im Zusammenhang steht. Auf der schweizerischen Seite handelt es sich um den grössten ehemaligen Auwald zwischen Wartau und dem Bodensee.
Der Wald verfügt über einen starken Anteil an ökologisch besonders bedeutsamen Baumarten. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Eiche, die Birke und die Weichholz- Baumarten (Weide und Schwarzpappel) zu nennen. Es besteht ein grosser Anteil an Totholz in Baumstärke. Damit sind die Voraussetzungen für eine reiche holzbewohnende Insektenwelt gegeben. Der Ceres- Wald spielt zudem regional eine bedeutende Rolle für verschiedene Baumhöhlen bewohnende Fledermausarten. Mit dem Fitis, dem Pirol, dem Gelbspötter, Kleinspecht sind einige typische Arten der ehemaligen Auwälder nachgewiesen. Der Pirol Oriolus oriolus liess es sich nicht nehmen uns mit seinem Gesang laut flötend „düdlio“ kurz zu begleiten.
An einem weiteren Standort zeigte Präsident Herbert Ertl vom Fischereiverein Werdenberg die Aufzuchtanlage Böschengiessen in seiner temparamentvollen Art. Er wies in eindrücklicher Weise auf die Rückschläge bei der Aufzucht der Äschen durch Gewässerverschmutzungen hin. Im April 2010 gelangt so ein weiteres Mal durch Bohrarbeiten für Erdsonden Abwasser über den Meteoschacht zur Fischzuchtanlage des FV- Werdenberg. Dies nach dem die Gewässer mit 60`000 einheimischen Bachforellen- Brütlingen besetzt wurden. Mit Interesse und aus einer anderen Sicht verfolgten nun die Teilnehmer die Aufzuchtbecken in der Anlage. Eindrücklich war für viele auch nun die Sichtung einer richtigen Regenbogenforelle im Böschengiessen.
Der Gemeindepräsident von Buchs Dr. Daniel Gut zeigte in seiner Begrüssungsrede bei der Hütte des ornithologischen Vereins Buchs- Werdenberg auf, wie vielfältig verknüpft der Mensch mit der Natur ist. Biodiversität sei die Grundlage für unser Überleben. Nahrung, Kleidung, Werkstoffe, sogar das Grundmaterial für medizinische Anwendungen gewinnt der Mensch aus der Natur. Täglich werden Tiere und Pflanzen neu für die menschliche Nutzung entdeckt. Mit der Bewirtschaftung habe der Mensch in der Schweiz nachweislich die biologische Vielfalt erhöht. Wir alle sind dafür verantwortlich, dass dies so bleibt, sich weiterentwickelt, und sei es nur, statt einem schönem gepflegten Rasen zur Abwechslung einmal einheimische Sträucher und Blumen zu pflanzen
, so der Gemeindepräsident.
Anschliessend war der Apéro für alle Anwesenden vom Biodiverstätstag 2010 eröffnet. Dieser wurde von engagierten Mitgliedern des ornithologischen Vereins Buchs- Werdenberg zubereitet.
Dieser Tag der Biodiversität wurde gemeinsam von verschiedenen Vereinen und Institutionen der Gemeinde Buchs organisiert. An der Durchführung beteiligt sind die Naturschutzkommission, der Fischereiverein Werdenberg, der Ornithologische Verein Buchs Werdenberg, der kantonale Wildhüter und der Forstdienst der Gemeinden Buchs und Grabs, GRABUS.
Ludwig Altenburger, Präsident Naturschutzkommission der Gemeinde Buchs
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