Bei sommerlichen Temperaturen konnte die traditionelle Veloexkursion am Sonntagmorgen pünktlich um 07.00 Uhr beim WAM`s gestartet werden. Edith Altenburger hatte den Teilnehmern die geplante Veloroute aufgezeigt, mit dem Hinweis „Der Weg ist das Ziel“ und dass es unterwegs ins Ruggellerriet sicher Vogel- und Naturbeobachtungen geben werde. Bereits Höhe ARA Buchs zeigt sie auf einen Stall mit einer neuen Nisthilfe für den Turmfalken, bei dem sie ein Turmfalkenpaar beim Probesitzen beobachten konnte. Bei der Buchser Wiesen am Kanal ist bereits der nächste Turmfalke auf Futtersuche. Ein neugieriger Jungvogel hält Ausschau bei einer am Stall angebrachten Nisthilfe. Erfreulicherweise schätzen auch die Landwirte den Wert dieses schönen „Mäusejägeres“. Er ist ein weit verbreiterter, häufiger Falke der offenen Landschaft; rüttelt oft über dem Kulturland bis er sich im Sturzflug auf die Beute stürzt. Entlang dem Rheindamm können wir einen weiteren Greif auf einer Astgabel beobachten. Es ist der Schwarzmilan (Milvus migrans). Er ist ein Verwandter des Rotmilans. Auf einer Kiesinsel am Rhein entdecken wir den gut getarnten Flussregenpfeifer (Charidrius dubius). Dieser legt seine Eier ohne Nest zwischen die Steine auf die Kiesinseln und ist darum durch Hochwasser, Menschen mit Hunden, aber auch von den Krähen bei der Brutaufzucht stark gefährdet. Im Ruggellerriet parkieren wir unsere Räder und starten durch die schöne Landschaft zur Beobachtung. Im Storchenhorst können drei Junge ausgemacht werden. Die Altvögel suchen in der Wiese nach Futter und neuem Nistmaterial um das Nest ständig auszubessern. Gut sehen und hören konnten wir den Feldschwirl mit seinem eher surrenden Gesang. Auch Braunkehlchen, Gold- und Grauammern, Sumpfrohrsänger, Mönchsgrasmücke und Wachteln lassen sich sehen oder hören. Nach einer kurzen Mittagsrast über der grünen Grenze fahren wir weiter ins Bangserriet und können dort mehrere Braunkehlchen, Grauammern und den Neuntöter (Lanius collurio) beobachten. Ein Wachtelkönig ist zu hören, leider vom Aussterben bedroht! Für eine Augenweide sorgen in diesen Rietlandschaften die blühenden Sumpfgladiolen (Gladiolus palustris). Die Sumpfgladiole, eine unserer schönsten Wildpflanzen, ist in ungedüngten wechselfeuchten Pfeifengraswiesen und anderen offenen Vegetationstypen mit magerem Boden beheimatet. Sie ist in der Schweiz sehr selten und wird in der Roten Liste der Schweiz als stark gefährdet bezeichnet.
Eine wunderschöne durch die Revitalisierung aufgewertete Landschaft ist beim Binnenkanal in Ruggell entstanden. Ganz im Sinne vom UNO- Biodiversitätsjahr. Hilft dieser neue Lebensraum doch sehr vielen Tier- und Pflanzenarten und erfreut sicher auch alle Menschen. Entlang von Rhein und Kanal fährt die Gruppe zurück nach Buchs.
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