Blue Flower

Ornithologische Beobachtungen im März 2013

Weil es im Norden zu kalt ist, bleiben viele Zugvögel im Rheintal, statt weiterzuziehen. Die alljährliche Amphibienwanderung im Buchser Wald hat trotz langem Winter aber schon begonnen. 

5.3. Mit dem Föhnsturm und Temperaturanstieg sind die ersten Schwarzkehlchen am Rheindamm angekommen. Zugvögel benutzen gerne den Kräfte sparenden Rückenwind. 

7.3. Plötzlich singen am Buchser Waldrand viele Singdrosseln. Ihr Lied ist vielfältig, eher kurz. Das Merkmal besteht darin, dass die kurze Strophe meistens dreimal wiederholt wird. Auch der Ruf, der wie „Filipp“ tönt, wird dreimal gerufen. Die Amphibienwanderung im Buchser Wald hat begonnen, und schon gibt es auf der Strasse die ersten Opfer. 

10.3. In der Sennwalderau, bei einem alten Baum mit mehreren Spechtlöchern, inspiziert ein Blaumeisenpaar eine Höhle. Die sich in der Nähe befindenden Schwanzmeisen werden mehrmals angegriffen und vertrieben. Es werden keine Nahrungskonkurrenten geduldet. 

13.3. Bei Erich Kühnis bedient sich ein Trupp von etwa 15 Seidenschwänzen am ahornblättrigen Schneeball mit reichlich Beeren. 

15.3. Schnee erschwert die Futtersuche. Ein Schwarm Wacholderdrosseln pickt in der Obstbaumschule nach Apfelresten und deren Kerne. Mitten drin befindet sich eine Ringdrossel. Sie ist dunkel wie eine Amsel, hat aber ein leuchtend weisses Brustband. Ihr Brutgebiet ist der oberste Teil des Waldes bis zur Waldgrenze. Bei späterem Schnee sieht man sie hie und da in der Ebene. Dieses Phänomen nennt man Schneeflucht. 

16.3. Weitere Zugvögel sind eingetroffen: Weissstorch, Hausrotschwanz, Zilpzalp, Rohrammer und dem Mäusebussard ähnliche Schwarzmilane. Die erste Mehlschwalbe ist sehr früh dran und fliegt mit den robusten Felsenschwalben am Rheindamm entlang. 

23.3. Die Rauchschwalben sind eingetroffen, normalerweise sind sie etwas früher als die Mehlschwalben. Rauchschwalben bauen ihre Nester im Innern von Ställen und Scheunen auf Balken. Mehlschwalben mauern ihre fast geschlossenen Nester aus Lehmkügelchen an Gebäuden unterm Dach. Nassen Lehm zu finden ist sehr schwierig geworden. Ist der Weg vom Fundort zum Bauplatz zu lang, trocknet der Lehm aus und hält nicht genügend an der Hausmauer. Kunstnester werden an geeigneten Stellen unter dem Dach gerne angenommen. Kotbretter unterhalb der Nester verhindern die Verschmutzung von Fassaden und Fenstersimsen. Rauchschwalben brauchen weniger Lehm, sie mischen mit Halmen und Federn. Leider finden sie immer weniger Ställe und Scheunen, die während der Brutzeit zugänglich sind. Ein offenes Fensterchen würde genügen. 

25.3. Der Schwan beim Werdenbergersee ist in Balzstimmung. Sein vermeintlicher Konkurrent in der Glasfront ist nicht zu vertreiben. Er pickt unaufhörlich in sein Spiegelbild.

28.3. Nochmals Schnee und Kälte. Am Rhein suchen unzählige Bachstelzen und Hausrotschwänze nach Nahrung. Sie fischen diese im Flug aus dem Wasser oder suchen zwischen den Vorgrundsteinen. Ein grosser Schwarm Lachmöwen verpflegt sich auch aus dem Rhein. Die Nahrung ist für den Menschen unsichtbar. 

29.3. Ein neuer Gesang ist zu hören, nebst dem Amselgesang wohl einer der schönste hier. Die aschgraue Mönchsgrasmücke mit der schwarzen Kopfplatte singt versteckt in dichten Sträuchern. Das Weibchen hat eine rotbraune Kopfplatte. Zusammen werden sie bald in die strauchreichen Gärten einziehen.

Rauchschwalbe

Die eleganteste und rasanteste der heimischen Schwalben, ausserdem die häufigste. Typisch sind die dunkle Kehle, die einheitlich dunkle Oberseite und die bei Altvögeln langen Schwanzspiesse.

Rauchschwalbe
Foto von Philipp Rohner: Rauchschwalbe