Blue Flower

Ornithologische Beobachtungen im Oktober 2013

Aufgrund von Klimaveränderungen scheinen in letzter Zeit immer mehr Zugvogel-Arten zu Teilziehern zu werden. Die Schweizerische Vogelwart Sempach beschreibt den langfristigen biologischen Nutzen des Teilziehens so. „Wenn ein strenger Winter vielen der im Brutgebiet verbleibenden Individuen das Leben kostet, sind die ziehenden Artgenossen im Vorteil. Wenn der Winter mild ist, überleben die Standvögel besser und haben bei Ankunft der Zugvögel die besten Territorien schon besetzt; in diesem Fall sind die Standvögel im Vorteil. Mit dem Teilzugverhalten reagieren die Vögel somit nicht nur auf die jahreszeitlich wechselnden Lebensbedingungen, wie die typischen Zugvögel, sondern auch auf die von Jahr zu Jahr unterschiedlichen Überwinterungsbedingungen. 

3.10. Grosse Schwärme von Buchfinken und Feldspatzen verpflegen sich auf Feldern. Distel- und Grünfinken picken an Samenständen von Gartenpflanzen. Gut sind diese stehen geblieben. Einige Mäusebussarde ziehen Richtung Nideri, einem von Greifvögeln oft benutzten Übergang in Richtung Südwest. 

8.10. Die letzten Rauchschwalben jagen zwischen den Häusern. Es ist zu hoffen, dass sie vor dem frühen Schneefall über die Alpen gelangen. Da Schwalben nur in der Luft nach Insekten jagen, wäre der Schneefall für viele tödlich gewesen. Besser haben es alle Samenfresser. An der Buchserbergstrasse liegen die Buchnüsse haufenweise. 

11.10. Schnee liegt überall. Feldwege sind am schnellsten schneefrei. Dort picken Scharen von Buchfinken, Spatzen und Girlitzen. 

12.10. Der Schnee ist weg. Schon flattern erstaunlich viele Schmetterlinge umher. Wo haben sie sich während des Schneefalls versteckt? 

19.10. Buchen und Eichen tragen sehr viele Samen. Der Waldboden ist bedeckt mit Eicheln und Buchennüssen, reichlich Winternahrung für Vögel, Eichhörnchen, Mäuse und andere. 

25.10. Blühender Efeu ist zur Zeit eine der wenigen Nahrungsquellen für Wildbienen und andere Insekten. Der Gemeine Efeu ist eine immergrüne Pflanze, die durch die Haftwurzeln in der Lage ist, an Bäumen und Mauern empor zu klettern bis 20 Meter hoch. Efeu ist keine Schmarotzerpflanze, versorgt sich durch seine eigenen Wurzeln. Doch er kann durch Lichtkonkurrenz und Gewicht den Trägerbaum schädigen und sogar zum Absterben bringen. Der Gemeine Efeu ist der einzige einheimische Wurzelkletterer in Mitteleuropa. Er kann auch Bodendecker sein. Efeu erreicht ein Höchstalter von bis zu 450 Jahren. Die Früchte werden zwischen Januar und April reif. Sie werden unter anderem von Gartenrotschwänzen, Mönchsgrasmücken, Staren, Amseln und Rotkehlchen gefressen, die auf diese Weise die Samen ausbreiten. 

27.10. Ein Turmfalke saust im Sturzflug auf den Boden zu. Der Versuch, einen der kleinen Vögel zu fangen, misslang. Diese Strategie bringt im Winter Erfolg, wenn ein Teil der Vögel geschwächt ist. Die Hauptnahrung des Turmfalken sind Mäuse. Bei der Jagd kann er flügelschlagend, also rüttelnd, in der Luft stehen und Ausschau halten. Oft sitzt er erhöht und späht umher.

Die späte Blütezeit des Efeus ist eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Wespen und Schwebefliegen. Von den Schmetterlingen besucht der Admiral die Blüten.
Bild von Edith Altenburger: Die späte Blütezeit des Efeus ist eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Wespen und Schwebefliegen. Von den Schmetterlingen besucht der Admiral die Blüten.