Blue Flower

Ornithologische Beobachtungen im Juli 2019

2.7. Der renaturierte Binnenkanal hat sich zu einer wundersamen Naturoase entwickelt. Man kommt sich vor wie in einer anderen Welt: Fliessendes Wasser zwischen grossen Steinen und üppigem Grün, dazu ein anhaltender Gesang von vielen verschiedenen Vögeln. Ein neugieriges Hermelin macht Männchen und rennt dann durch das Gestrüpp.

Andrang beim Vogelbädli

18.7. Es bildet sich eine Warteschlange beim Vogelbädli im Garten. Um nur einige zu nennen, die das nutzen: Amseln, Wachholderdrosseln, Kohl-, Blaumeisen, Hausrotschwanz, Mönchs-, Gartengrasmücke, Haus- und Feldspatzen. Um den Magen zu füllen werden zwischendurch die vollbehangenen Beerensträucher besucht.

Unter den Buschbohnen ist die Zauneidechse auf Insektenjagt.

Wo es Insekten hat, gibt es auch eher Eidechsen, solange keine Katzen in der Nähe sind.

Im Vergleich zur Mauereidechse wirkt die Zauneidechse plumper und viel kräftiger. Bei großer Hitze, schlechtem Wetter sowie nachts verkriechen sich Zauneidechsen in ihren Unterschlüpfen. Zur Überwinterung verschwinden adulte Männchen bereits Anfang August, wenn ausreichend Energiereserven angelegt sind, die Weibchen im September, Jungtiere ziehen sich im September oder Oktober zurück.

Eine grosse Mehrheit der Reptilien ist in der Schweiz bedroht, so auch die Zauneidechse. Die natürlich belassen Gebiete werden immer kleiner. Sie besiedeln Magerbiotope wie trockene Waldränder, Bahndämme, Steinbrüche, Kiesgruben, Wildgärten und ähnliche Lebensräume mit einem Wechsel aus offenen Abschnitten und dichter bewachsenen Bereichen.
Sehr wichtig sind auch Elemente wie Totholz und Altgras.

Überraschung am Grabserberg

22.7. In der Nähe der Mehlschwalbenkolonie ganz oben ertönt ein aufgeregtes Gezwitscher und in der Luft entsteht ein wirres Durcheinander. Etwas Grösseres saust vorbei. Weiter unten schlagen Bachstelzen Alarm. Der kleine Jäger in der Luft saust wieder vorbei, es ist ein Baumfalke. Die dunkle Oberseite, die sichelförmig nach hinten gebogenen schmalen Flügel und der kurze gerade Schwanz sind seine Merkmale. Wie er tief über die Wiesen jagt, ist seine Unterseite mit den rostroten Hosen nicht zu sehen, leider.

Schwalben und Segler erkennen den Baumfalken als Gefahr. Dieser jagt nur in der Luft und zwar sehr geschickt. Das fliegende Durcheinander der kleinen Vögel erschwert ihm das Jagen.

Baumfalken sind hier selten geworden. Am ehesten sieht man sie über Feuchtgebieten und kleinen Gewässern. Dort jagen sie nach Libellen und fressen sie gleich in der Luft.

26.7. Der Werdenbergersee zieht diesen Sommer besonders viele Wasservögel an. Die Jungschwäne sind gross geworden. Sehr viele Stockenten hocken am Ufer, sie wechseln ihr Gefieder. Stockentenmütter, allein erziehend, sieht man wenige. Im Gegensatz dazu schwimmen viele Blässhuhn Familien, beide Eltern helfen bei der Aufzucht. Zurzeit sind auffallend viele Reiherenten da. Die Weibchen dunkelbraun und haben hellweisse Flanken. Bis vor kurzem tauchten sie meistens draussen im See. Nun kommen einige ans Ufer, ohne Scheu vor den Menschen. Hoffentlich mögen sie kein Brot. Bis jetzt wurde keine Brut entdeckt.

28.7. Schön wenn die Vögel bei Regenwetter in den Garten kommen. Die Haselnüsse sind fast reif. Ein diesjähriger Buntspecht pflückt sie mehr oder weniger geschickt. Als Jungvogel trägt er eine feuerrote Kopfplatte. Ein weiblicher Buntspecht, ohne Rot am Kopf, also kein Jungvogel, klettert fast unsichtbar am Föhrenstamm hinauf. Das leise Hämmern hat ihn, also eine sie, verraten.

Foto Fredy Buchmann: Ein kleiner grüner Dinosaurier, die Zauneidechse

Ornithologische Beobachtungen im Juni 2019

Kaum ein anderer Vogel hat so kräftige Farben und ist gleichzeitig so schwierig zu beobachten wie der Pirol. Auf ihn wird man meist erst aufmerksam, wenn man seinen leicht nachzupfeifenden Gesang aus einem Auenwaldgebiet hört. Für gewöhnlich sieht man ihn nur kurz zwischen Baumkronen fliegen. Sein prächtiges Federkleid verdankt der Pirol übrigens seiner Ernährungsweise. So macht er sich hauptsächlich auf die Suche nach Kirschen, die reich an Karotinoiden sind. Diese Pigmente, die ebenfalls dem Eigelb seine Farbe geben, hüllen den männlichen Vogel in ein prunkvolles, gelbes Gewand.

1.6. Es ist der erste heisse Tag und vielversprechendes Heuwetter. Auch in Wildhaus wird gemäht. Das Munzenriet hingegen wirkt frühlingshaft, überwachsen von Mehlprimeln und Orchideen. Daneben wachsen prächtige Blumenwiesen, die später gemäht werden.

Die kargen und die weniger dicht bewachsenen Flächen werden von Brutvogelarten besetzt, die in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind. Es betrifft viele Bodenbrüter. Starke Düngung vermindert die Artenvielfalt von Pflanzen und Insekten als Nahrung. Der Wuchs wird zu dicht für die Jungvögel. Häufiges Mähen verhindert brüten oder vermäht die Jungen.
Wenige Braunkehlchen und Baumpieper versuchen seit Jahrzehnten im Munzenriet Junge aufzuziehen. Die Feldlerche ist schon lange verschwunden.

Dieses Jahr haben mindestens vier Männchen des Braunkehlchens den Weg von Afrika ins Toggenburg gefunden. Ob für alle ein Weibchen ankommt, wird sich in nächster Zeit herausstellen. Die Männchen singen auf einem herausragenden Pflanzenstengel, auf einem Pfahl oder auf einer Baumspitze. Das Lied ist sehr kurz und unauffällig. Ihr Aussehen ähnelt dem im Rheintal bekannten Schwarzkehlchen. Auffällig ist der weisse Augenstreif.

Der Baumpieper macht das Suchen einfach. Er sitzt auf einer Baumspitze oder einem Leitungsdraht, singt laut ziirzirii, fliegt etwas in die Höhe, breitet die Flügel aus und segelt langsam abwärts. Dabei ruft er laut zia-zia-zia. An diesem Tag sind es nur zwei.

4.6. Am Grabserberg gibt es zahlreiche Hecken. Einige sind besonders gepflegt und haben einen Blumensaum. Ideal für den Neuntöter!

19.6. Im Gamperfin ruft der Kuckuck. Oben am Grabserberg steht eine wunderschöne Blumenwiese. In der Nähe umfliegen viele Mehlschwalben einen grossen Stall. Dort gibt es selbstgebaute- und Kunstnester. Der Maienberg sieht aus wie ein riesiger Fleckenteppich, bestehend aus farbigen Blumenwiesen, braunen mit Jauche durchtränkten Flächen, frisch gemähten Wiesen, kleinen Streuerietern, Baumgruppen und Hecken. Eine grosse Wiese wird gemäht. Dies lockt mehrere Greifvögel an. Ohne Gezänk jagen Schwarz- und Rotmilan, Turmfalke und Sperber. Sie spähen nach aufgescheuchten Mäusen. Einige Neuntöter haben in Hecken einen möglichen Brutplatz gefunden. Nur vom „Rohr“ (Streueriet) ist im Rohr nicht mehr viel übrig. Dem Baumpieper gefällt es trotzdem.

Der an Hitze gewöhnte Exot

29.6. Im Buchser Tratt, Ceres präsentiert eine Pirol Familie mit flötendem, jodelndem düdlio….üoh ihre drei Jungvögel. Die Familie bleibt längere Zeit beisammen und zieht auch gemeinsam aus dem Brutgebiet ab, und das bereits im Juli. Auf der langen Reise von rund 11`000 km in ihr afrikanisches Überwinterungsgebiet findet man sie ausserdem in Wein- und Olivenplantagen, in Oasen und im Hochgebirge.

Foto Philipp Rohner: Mit seinem gelb-leuchtendem Gefieder ist der Pirol eine Augenweide.

Ornithologische Beobachtungen im April 2019

1.4. Es ist sonnig und angenehm warm. Veilchen, Buschwindröschen und Sauerklee blühen am Waldrand. Die Singvögel machen ihrem Namen alle Ehre. Jeder äussert sich so laut, so vielfältig und so schön wie er kann, singen, rufen, oder trommeln. Wer zuerst ist, kann sich den besten Nistplatz auswählen.

6.4. Es ist bedeutend kühler. Auf den Schlickbänken im Rhein wird emsig gepickt. Einige Bachstelzen sind da, daneben auffällig viele Bergpiper. Sie sind wenig grösser als die Stelzen und noch im Schlichtkleid, also Vorderseite beige mit braunen Längsstrichen, der Rücken spatzenähnlich. Wahrscheinlich waren sie schon auf den Alpweiden, wo sie brüten. Der Neuschnee hat sie ins Tal hinunter getrieben. Solche Schneefluchten gibt es immer wieder.

Der Schlick im Rhein birgt viel Nahrung. Täglich wir ein Teil davon überschwemmt (Sunk und Schwall durch die Kraftwerke), vor dem Austrocknen bewahrt und mit neuer Nahrung durchsetzt.

Niststandorte werden angeflogen

8.4. Zwei Felsenschwalben fliegen miteinander das letztjährige sehr gut erhaltene Nest am Mühleturm Altendorf an. Es ist gut möglich, dass es das Paar des letzten Jahres ist. Durch intensive Beobachtungen weiss man, dass Rauch- und Mehlschwalben dieses Verhalten haben, ebenso die Mauersegler. Da die Felsenschwalben immer mehr an Gebäuden brüten, könnten sie diese Strategie übernehmen.

15.4. Das Schloss scheint nicht nur Menschen mit unterschiedlichen Interessen anzuziehen. Mindestens drei auffällige Vogelarten haben hier ihren Wohnsitz. Irgendwo hoch oben hat ein Turmfalkenpaar seinen Brutplatz. Manchmal sieht man sie das Gebäude umfliegen oder hoch oben auf einer Sitzwarte Ausschau halten. Seit Jahren gibt es immer wieder Turmfalken am Schloss. Sie lassen sich durch die Kulturbespielung nicht stören.

Unter dem Vordach hausen Strassentauben. Im Schwarm fliegen sie aus und kehren regelmässig zurück. In den Mauernischen des dickwandigen Haupthauses hausen die Dohlen. Jedes Paar braucht eine Nische. Weil sie oft in alten Gemäuern brüten, nennt man sie auch Turmdohlen. Sie sind nicht zu verwechseln mit den Alpendohlen (gelber Schnabel, rote Beine), die Berggänger anbetteln. Die „Schlossdohlen“ sind schwarz, jedoch zierlicher als Raben. Sie haben graue Wangen und einen grauen Nacken. Sie versuchen in den Nischen zu brüten. Nistmaterial haben sie schon eingetragen. Eine weitere „Turmdohlenkolonie“ findet man bei der Kirche Gams, auch dort kann man oftmals den Turmfalken in nächster Nähe beobachten.

18.4. Am Gebüsch reichen Ufer des renaturierten Binnenkanal singt auf einer Warte ein Grünfink. Die Strophen klingen rollend und trillernd. Ruft oft klingelnd “gügügü“. Der Grünfink ist mit 14 bis 16 cm Körperlänge etwa so groß wie der Haussperling. Der Körper, Kopf und Schnabel sind auffallend kräftig. Der Schnabel ist hell hornfarben. Die Aussenfahnen der Handschwingen sind gelb, wodurch sich ein grüngelbes Flügelfeld ergibt. Das Männchen ist auf der Körperunterseite gelbgrün und auf der Oberseite graugrün. Das Weibchen hat mattere, grauere Farbtöne.

In den letzten Jahren waren die Grünfinken selten anzutreffen. Ein Grund für den starken Rückgang in der Schweiz dürfte der vermutlich miserable Bruterfolg im nasskalten Frühjahr 2013 gewesen sein. Als gravierender könnte sich der Krankheitserreger Trichomonas gallinae erweisen, der erstmals als mutmassliche Todesursache frischtoter Grünfinken diagnostiziert wurde. Dieser trat ab 2005 in Grossbritanien auf, es folgten Norddeutschland, Südfennoskandien und Estland, ab 2012 Öesterreich und Slowenien. Dies ergaben Einbrüche von 60% - 70%. Ein ähnliches Szenario ist in naher Zukunft auch für die Schweiz nicht auszuschliessen. (Johann von Hirschheydt).

Foto von Fredy Buchmann: Das Grünfink Männchen im Prachtkleid

Ornithologische Beobachtungen im Mai 2019

9.5. Am Studner Bach beobachtet Frau Ursula Bärlocher eine Wasseramsel, die des Öfteren mit Futter im Schnabel durch den Wasserfall fliegt. Das ist ein typisches Zeichen, hier werden Junge versorgt. Gelegentlich befindet sich das Nest hinter einem kleinen Wasserfall. Wasseramseln zählen zu den wenigen Singvögeln, die schwimmen und tauchen.

Die Wasseramsel ist mit etwa 18 Zentimetern Körperlänge etwas kleiner als ein Star. Der rundliche, kurzschwänzige Vogel ist in seinem Lebensraum unverkennbar. Kopf und Nacken sind mittelbraun, die übrige Oberseite ist schiefergrau. Kehle, Hals und Brust sind meist reinweiss, manchmal auch leicht rahmfarben. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht im Aussehen. Wasseramseln ernähren sich ausschliesslich animalisch. Unter den Beutetieren überwiegen die für schnellfliessende Gewässer typischen Insektenarten, vor allem die Larven der Köcher-, und Eintagsfliegen.

11.5. Mit etwa zehn Tagen Verspätung haben die Mauersegler die Nistkästen an der Schulhausstrasse bezogen. Wer letztes Jahr schon hier war, ist in denselben Kasten geschlüpft und damit ist hier sein Brutplatz. Aus der Forschung weiss man, dass Mauersegler über Jahre denselben Platz belegen, dies nach der Reise über die Sahara und zurück. Es ist schwierig herauszufinden, ob alle Plätze belegt sind. Der Ein- und Ausflug aus den Nisthilfen geschehen so schnell. Zweiundzwanzig Nistplätze stehen am Sekundarschulhaus zu Verfügung, dazu kommen einige in der näheren Umgebung, wo sie noch Nistmöglichkeiten finden. Im Schwarm sieht und hört man sie um das Gebäude rasen. Mit den schrillen Rufen kommunizieren mit den brütenden Vögeln in den Kästen.

Natürliche Brutplätze gab und gibt es vor allem in älteren Gebäuden, oft unter dem Dach. Durch Sanierungen, was ja auch notwendig ist, gehen diese oft verloren. Es gibt jedoch auch in Neubauten von Anfang an eingeplante Nistmöglichkeiten. (www.vogelwarte.ch).

Erste Population der Schwarzkehlchen im Rheintal

16.5. Die Schwarzkehlchen am Rheindamm lassen sich von der Witterung nicht stark beeinflussen. Die ersten Paare haben ihre jungen schon aufgezogen. Zuoberst auf einer Staude werben die Männchen mit ihrem kurzen Lied aufs Neue. An Nahrung fehlt es ihnen nicht. Der Rheindamm ist reich an Blumen und lückigen Stellen, beides gut für fliegende und krabbelnde Insekten. Dasselbe gilt für den meistens natürlichen Vorgrundweg. Zudem sind die Schwarzkehlchen geschickte Jäger in der Luft. Vor ca. 35 Jahren wurden die ersten Schwarzkehlchen im St.Galler Rheintal entdeckt. Nach dem neuen Brutvogelatlas gehört das Rheintal zu den dichtesten besiedelten Gebiete der Schweiz.

Ein Exot zu Gast im Rheintal

30.5. in der Nähe des Buchser Tratts verrät der Gesang den Pirol. Das flötende „didilüoh“ ist sehr markant und setzt sich deutlich von den Gesängen der bei uns verbreiteten Vögel ab. Aber aufgepasst: Denn Stare imitieren den Pirol öfters, weshalb man „seinen“ Gesang auch nach seiner Abreise im August vernehmen kann. Obschon der amselgrosse, männliche Pirol mit einem gelb-schwarz leuchtendem Federkleid besticht, gestaltet sich die Suche nach dem prächtigen Vogel nicht einfach. Denn er hält sich bevorzugt in den obersten Wipfeln des Baumes auf, wodurch er in der Regel vor unseren suchenden Augen geschützt ist.

Pirole ernähren sich sowohl von pflanzlicher als auch tierischer Kost. An Insekten werden besonders Raupen und Schmetterlinge gefangen. Die pflanzliche Kost besteht vor allem aus zuckerhaltigem, süssem Obst wie Kirschen und verschiedenen Beeren. Der Pirol ist ein Charaktervogel lichter Auenwälder, Bruchwälder und gewässernaher Gehölze. Das Nest wird im Kronenbereich hoher Bäume in einer Astgabel aufgehängt.

Foto von Walter Sprecher: Die Wasseramsel beim unermüdlichen Füttern der Jungen.

Ornithologische Beobachtungen im März 2019

Die Frühlingsstürme halten die Zugvögel nicht davon ab, in ihr Brutgebiet zu gelangen.

2.3. Im Buchser Tratt verrät sich der Kleinspecht durch seinen Gesang, ein hohes, schnelles ki-ki-ki-ki.., das erinnert an den Ruf des Turmfalken, ist leiser und weniger schrill. Dieser Miniaturspecht ist kaum grösser als ein Haussperling. Er hält sich oft in den Kronen der Laubbäume auf, wo er nur schwer zu entdecken ist. Auf der Oberseite hat er eine schwarz, weisse Querbänderung. An der Unterseite fehlt jegliches Rot. Beide Geschlechter des Kleinspechtes trommeln. Dieser Instrumentallaut dient vor allem im Spätwinter und im zeitigen Frühjahr zur Revierabgrenzung. Meist dienen dürre Äste als Resonanzkörper. Die Nahrung des Kleinspechtes besteht fast während des gesamten Jahres aus kleinen baumbewohnenden Insekten.

3.3 Die ersten Vorfrühlingsboten jagen um den Mühleturm im Altendorf. Es sind einige Felsenschwalben. Ihr Gefieder ist bräunlich, der Schwanz gerade, wie ihr Name sagt, brüteten sie ursprünglich an Felswänden und Steinbrüchen der Kantone Tessin, Graubünden und Wallis. Allmählich hat sich das Brutgebiet nach Norden ausgeweitet, auch durch „neue Steinbrüche, wie Campiun“. Im Rheintal liegt die europäische Nordgrenze ungefähr bei der Gemeinde Oberriet (Brutvogelatlas).

Die Felsenschwalben haben die Kunstfelsen entdeckt. Sie mauern ihre Nester an Betonwänden von hohen Wohnhäusern, Silos und Brücken. In den letzten zwei Jahren haben sie am Senn- Mühleturm gebrütet, im gleichen Nest. Dass sie ihren Neststandort ebenso treu sind wie die Rauch- und Mehlschwalben, nimmt man an. Im Sommer werden wir es wissen.
Felsenschwalben müssen auch flexibel sein. Bei Kälteeinbruch jagen sie weiter weg über Wasserflächen, oft über dem Werdenberger See, den Kiessämmlern und über dem Rhein.

14.3. Rund um das Holzlager beim Schwimmbad Buchs haust ein Hermelin. Leider ist dieses kleine, wieselflinke Pelztier auch selten geworden. Eine solche Entdeckung ist spannend und unterhaltsam.

23.3. Im Afrika hallen die laut lachenden Gesangsstrophen „klü-klü-klü“ des Grünspechts durch den aufgelockerten Auenwald. Die Paare haben sich bereits gefunden zur Reviergründung. Paare halten oft über mehrere Jahre zusammen.

24.3. Der Wald ist voller Vogelgesang. Am häufigsten hört man das helle Zwitscherlied der Rotkehlchen, weil bei ihnen die Weibchen auch singen. Aus hohen Bäumen ertönt der sich wiederholende Ruf der Singdrossel. Sie ist ein wenig kleiner als eine Amsel, aber so gut getarnt, dass man sie kaum entdeckt. Von irgendwo her ertönt das zi-za,zi-za des kleinen, unscheinbaren Zilpzalp. Aus einem Holzhaufen heraus schmettert der Zaunkönig sein langes mehrteiliges Lied. Auch entlang des Werdenberger Binnenkanals hüpft der kleine Vogel unentwegt zwischen Baumstrünken umher, so flink wie eine kleine Maus.

27.3. Eben angekommen ist einer der besten Sänger in unserer Gegend, die Mönchsgrasmücke. In Gärten und am Waldrand, überall, wo dichte einheimische Sträucher wachsen, ertönt der melodiöse Gesang. Er singt, grau mit schwarzem Käppchen, sie mit braunem Käppchen wählt den Nistplatz aus.

Trotz Bise ist es ein Vogelzugtag. Dem Rhein entlang fliegen immer wieder Hausrotschwänze. Zwischen den Ufersteinen finden sie Nahrung. Der Damm wirkt braun und tot. Trotzdem suchen einige Paare der Schwarzkehlchen nach einem passenden Nistplatz. Auf den Kiesinseln sind die ersten Flussregenpfeifer angekommen. Eine einzelne Rauchschwalbe fliegt talabwärts.

Wie sagt doch der Volksmund >Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer<.

Foto von Rainer Kühnis: Beim Kleinspecht hat nur das Männchen einen roten Scheitel.